Ochsenweg als erste ADFC-Qualitätsradroute Schleswig-Holsteins ausgezeichnet

Ein besonderer Meilenstein für den Radtourismus in Schleswig-Holstein: Der Ochsenweg ist vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) als erste Qualitätsradroute des Landes Schleswig-Holstein mit drei Sternen ausgezeichnet worden. Die feierliche Urkundenübergabe erfolgte am 30. August auf dem NORDEN Festival und würdigte den historischen Radfernweg als Qualitäts-Reiseerlebnis durch das Binnenland. Gemeinsam mit Partnern entlang der Route nahmen auch Claus Ruhe Madsen, Minister für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus des Landes Schleswig-Holstein, sowie Stefan Borgmann, Geschäftsführer der Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein, an der Auszeichnung durch den ADFC Schleswig-Holstein, Jan Voss, teil. Die Zertifizierung bestätigt die hohe Qualität der Streckenführung, die fahrradfreundliche Infrastruktur und das besondere Zusammenspiel von Natur, Kultur und Geschichte entlang des Ochsenweges.

„Wir freuen uns sehr über die Auszeichnung und somit die einzige Qualitätsradroute in Schleswig-Holstein zu sein. Das zeigt das große Engagement aller Beteiligten entlang der Route und unterstreicht die Qualität des Ochsenweges als attraktiven Landerlebnis-Radweg mitten in Schleswig-Holstein“, so Olaf Prüß vom Schleswig-Holstein Binnenland Tourismus.

Der Ochsenweg zählt zu den bedeutendsten historischen Landwegen Norddeutschlands. Über Jahrhunderte verband er Dänemark mit Norddeutschland und Europa. Händler, Reisende, Viehtreiber und ganze Heere nutzten die Route, die besonders durch die historischen Ochsentriebe bekannt wurde. Heute ist der ehemalige Handelsweg ein beliebter Radfernweg, der auf rund 230 Kilometern durch das Binnenland Schleswig-Holsteins führt und dabei Natur, Kultur und Geschichte miteinander verbindet.

Auf dem Ochsenweg erleben Radreisende abwechslungsreiche Landschaften, lebendige Orte und authentische Einblicke in das ländliche Leben. Zahlreiche Bauernhofcafés, Gasthöfe, Direktvermarkter und fahrradfreundliche Unterkünfte laden entlang der Strecke zum Verweilen ein. Ergänzt wird das Angebot durch spannende Ausflugsmöglichkeiten sowie vielfältige Informationen zur Geschichte des Ochsenweges und zur deutsch-dänischen Kulturgeschichte.

Besonders charakteristisch sind die Geschichten entlang des Weges. Über Hörgeschichten, Infotafeln und Videoporträts begegnen Radfahrerinnen und Radfahrer den Menschen, die die Region prägen. Gemeinsam mit dem Vater-Tochter-Duo Freya und Tjark entdecken Interessierte die Besonderheiten des Ochsenweges und erhalten Einblicke in die Landwirtschaft, die regionalen Traditionen und das Leben im Binnenland Schleswig-Holsteins.

Die Weiterentwicklung und Qualitätssteigerung des Ochsenwegs wurde durch das Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus gefördert. Durch diese Unterstützung konnte die Attraktivität der Route weiter gestärkt und das Radreiseangebot verbessert werden. Gemeinsam mit dem Ministerium für Landwirtschaft, ländliche Räume, Europa und Verbraucherschutz des Landes Schleswig-Holstein wurde der Erzählstrang Landwirtschaft etabliert.

Die ADFC-Zertifizierung macht die Qualität des Ochsenweges nun auch offiziell sichtbar. Sie bietet Radreisenden eine verlässliche Orientierung bei der Wahl ihrer nächsten Tour und stärkt zugleich die Position des Ochsenweges als bedeutende Radroute im Norden Deutschlands.

Weitere Informationen zum Ochsenweg finden Interessierte unter: www.ochsenweg.de.

Hintergrund:

Ende 2023 hat der Binnenland Tourismus e.V. in einem landesweiten Wettbewerb den Zuschlag für das Projekt „Optimierung des Ochsenweges“ erhalten. Im Rahmen dieses Projektes ging es darum, den Ochsenweg als ersten Qualitätsradfernweg in Schleswig-Holstein weiter zu entwickeln. Die größte Herausforderung war, die Infrastrukturen des Radfernweges zu verbessern. Dazu gehören insbesondere die Wegequalität, die Beschilderung und die Rastplatzinfrastruktur. Gleichzeitig gehört zu einem attraktiven Radweg eine attraktive Routenführung, die Natur, die Kultur und natürlich der historische Bezug. Der Ochsenweg war über viele Jahrhunderte einer der bedeutendsten Landwege Norddeutschlands. Er war für den Viehtrieb, Händler, Reisende und Heeresbewegungen von großer Bedeutung.

Da die Weg-Historie als Landmarken nur noch in Relikten vorhanden ist, wurde überlegt, wie man den Weg thematisch weiterentwickeln kann. Über die Vater- und Tochterhörgeschichte „Freya und Tjark“ sowie neue Infotafeln erhalten die Radfahrenden heute Einblicke in vielfältige Landwirtschaft, die Traditionen und das Leben im Binnenland Schleswig-Holsteins.

Die Routenführung dieses Radfernweges ist auch eine Besonderheit gegenüber anderen Wegen mit einheitlicher Führung. Der heutige Radfernweg gabelt sich südlich von Rendsburg bzw. in Uetersen in eine Ost- und eine Westroute. Das liegt daran, dass es in früheren Zeiten die Hauptroute zwischen Flensburg und Wedel gab und daneben diverse kleinere Triften existierten. Die Westroute verläuft u.a. durch den Kreis Steinburg. Südlich von Hohenwestedt kommend tritt der Ochsenweg in die Gemeinde Peissen in den Kreis Steinburg ein und verläuft dann über Hohenlockstedt weiter nach Itzehoe. Von Itzehoe verläuft die Strecke weiter über Lägerdorf nach Horst und verlässt dann wieder das Kreisgebiet.

Die Radkoordinierung des Kreises hat das gesamte Projekt intensiv begleitet und verschiedene Akteure bei der Umsetzung von Maßnahmen unterstützt. Viele Maßnahmen wurden koordiniert und es wurde bei der Einwerbung von Fördermitteln unterstützt.

So ist es gelungen, in den Gemeinden Oelixdorf, Lägerdorf und Hohenfelde Rastplätze mit Schutzhütten zu entwickeln, die nicht nur den Nutzer:Innen des Ochsenweges sondern auch örtlichen Bewohner:Innen als Rastplatz oder Treffpunkt dienen.

Daneben sind viele Radwegebaumaßnahmen durch die Gemeinden oder den Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV.SH) umgesetzt bzw. angeschoben worden, die letztendlich allen Radfahrenden zugutekommen. So hat z.B. die Gemeinde Breitenburg einen straßenbegleitenden Radweg an einer Gemeindestraße im Bereich des Schlosses neu hergestellt. Anfang 2027 soll der Radweg an der L116 zwischen Lägerdorf und der Autobahnanschlussstelle Hohenfelde in mehreren Bauabschnitten saniert werden. Besonderheit: Hier hat das Amt Krempermarsch die Bauherrenschaft übernommen, d.h. plant und baut selbst und lässt sich die Kosten vom LBV erstatten. Dieses Engagement hat dazu geführt, dass diese Maßnahme viel schneller umgesetzt werden kann als ursprünglich vorgesehen.

Schließlich wird der LBV.SH den Radweg an der L116 im Bereich der Kreidegrube Saturn zusammen mit einer anstehenden Straßenbaumaßnahme wieder herstellen und ist auch bereits in der Kieler Straße in Hohenlockstedt aktiv.

Auch einige kostenmäßig kleinere Maßnahmen wurden umgesetzt. Dazu zählen z.B. Streckenverlegungen, wo Sanierungen zeitnah nicht wahrscheinlich waren, Schilderinstandsetzungen, kleinere Optimierungen an bestehenden Rastplätzen und die bessere Kenntlichmachung möglicher kleiner Gefahrenstellen.

Insgesamt gilt ein großer Dank den Kommunen, Amtsverwaltungen, der Kreisverwaltung, der AktivRegion Steinburg und dem LBV.SH für die sehr gute Zusammenarbeit bei diesem Projekt.

Weitere Informationen zum Projekt:

https://sh.adfc.de/pressemitteilung/zwei-adfc-auszeichnungen-fuer-den-radtourismus-in-schleswig-holstein

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IQSH (Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein) zur Mobilität:

„Die Möglichkeit, schnell mit dem Auto von einem Ort zum anderen zu kommen, erleichtert nicht nur den Alltag, sondern lässt uns auch gleichzeitig an noch mehr Aktivitäten teilnehmen. Außer Acht fällt hier das Erlebnis, einen Weg zu gehen: Kinder nehmen Wege, die sie selbst aktiv zurücklegen, intensiver wahr. Der Weg bietet ihnen Zeit und Raum für persönliche Erlebnisse. Die regelmäßige Bewegung im Freien stärkt die Abwehrkräfte, beugt Haltungsschäden und Übergewicht vor und macht im wahrsten Sinne des Wortes „frisch und munter“. Im Klassenzimmer können sich die Kinder durch die vorherige Bewegung an der frischen Luft besser konzentrieren und sind ruhiger. Ebenso wird die Entwicklung der Motorik gefördert.


Kinder, die die Möglichkeit bekommen, Wege zunehmend selbst zu bewältigen, bewegen sich früher sicher im Straßenverkehr und gewinnen mehr Selbstvertrauen. Beschreiten Kinder gemeinsam ihren Schulweg, so können sie soziale Kontakte knüpfen und pflegen.
Der morgendliche Autokorso vor der Schule, geprägt von Zeitdruck und Hektik, stellt für die Kinder ein hohes Gefahrenpotenzial dar. Immer wieder sind es Eltern, die mit ihrem Auto die Kinder vor der Schule in Gefahrensituationen bringen.“

Mit dem Rad sicher unterwegs

Fahren Sie bei Dunkelheit nur mit funktionierender Beleuchtung: Einem Frontscheinwerfer und einem Rücklicht. Zu einem verkehrssicheren Fahrrad gehören außerdem Reflektoren vorne und hinten, in Speichen oder Reifen und an den Pedalen.

Helle Kleidung mit Reflektoren hilft zusätzlich und ist vor allem bei Regen zu empfehlen.

Am Straßenrand sind Sie für Autofahrende schlecht zu sehen vor einem unruhigen Hintergrund aus parkenden Autos, Straßenbäumen etc. Der Fahrbahnrand ist häufig uneben durch Schlaglöcher oder Kanaldeckel und eher schmutzig, nass und rutschig. Halten Sie deswegen ausreichend Abstand vom rechten Fahrbahnrand. Orientieren Sie sich an der rechten Spur von Pkws. Geben Sie nachfolgenden Kraftfahrzeugführer:innen nie das Gefühl, dass sie trotz Gegenverkehrs ungebremst auf der gleichen Spur überholen können. Kraftfahrzeuge müssen von Radfahrenden mindestens 1,5 m Abstand halten.

Von parkenden Fahrzeugen müssen Sie selbst mindestens 1 m Abstand halten. Geringere Abstände sind nur mit niedriger Geschwindigkeit und sehr großer Vorsicht möglich.

Nehmen Sie Rücksicht und achten Sie besonders auf Fußgänger:innen. Nehmen Sie Blickkontakt mit anderen auf, um sicher zu gehen.

Auf Gehwegen dürfen Sie nur fahren, wenn Sie jünger als 10 Jahre sind oder es ausdrücklich durch ein Zusatzschild (Rad frei) in Ihrer Fahrtrichtung erlaubt ist. Dann müssen Sie trotzdem auf Fußgänger:innen Rücksicht nehmen und langsam fahren.

Beschilderte Radwege müssen laut Straßenverkehrsordnung von Radfahrenden benutzt werden. Fahren Sie auf separaten Radwegen besonders aufmerksam an Einmündungen. Sie bewegen sich außerhalb des unmittelbaren Sichtfelds von Autofahrenden und oft im toten Winkel von Lkws und Transportern. Innerorts sind Radfahrende auf der Fahrbahn oder Radfahrstreifen sicherer als sie sich fühlen, auf separaten Radwegen ist es umgekehrt.

Radwege dürfen nur in der beschilderten Fahrtrichtung – im Regelfall rechtsseitig – befahren werden. Als Geisterfahrer:in gefährden Sie sich und andere.

Rechnen Sie auf Radwegen mit allen unmöglichen Hindernissen: Parkende Autos, Poller, Drängelgitter, Bauzäune, Mülltonnen, Masten, Bordsteine, Schlaglöcher, Wildwuchs, Schnee und Eis. Helfen Sie bei der Beseitigung und melden Sie die Hindernisse den zuständigen Stellen.

Melden Sie einen Fahrradunfall der Polizei, auch nachträglich oder wenn es keine weiteren Beteiligten oder Zeugen gab. Nur so können Gefahrenstellen erkannt und beseitigt werden.

Keine Angst beim Radfahren! Halten Sie sich an die Regeln und Sie werden noch mehr Spaß beim Radfahren haben.

Melden Sie Mängel an Radverkehrsanlagen am besten schriftlich der Radkoordinierung für den Kreis.

Eine Broschüre des IQSH (Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein) zur Mobilität beschreibt es sehr gut:

„Die Möglichkeit, schnell mit dem Auto von einem Ort zum anderen zu kommen, erleichtert nicht nur den Alltag, sondern lässt uns auch gleichzeitig an noch mehr Aktivitäten teilnehmen. Außer Acht fällt hier das Erlebnis, einen Weg zu gehen: Kinder nehmen Wege, die sie selbst aktiv zu-rücklegen, intensiver wahr. Der Weg bietet ihnen Zeit und Raum für persönliche Erlebnisse.

Die regelmäßige Bewegung im Freien stärkt die Abwehrkräfte, beugt Haltungsschäden und Über-gewicht vor und macht im wahrsten Sinne des Wortes „frisch und munter“. Im Klassenzimmer können sich die Kinder durch die vorherige Bewegung an der frischen Luft besser konzentrieren und sind ruhiger.

Ebenso wird die Entwicklung der Motorik gefördert.
Kinder, die die Möglichkeit bekommen, Wege zunehmend selbst zu bewältigen, bewegen sich früher sicher im Straßenverkehr und gewinnen mehr Selbstvertrauen. Beschreiten Kinder ge-meinsam ihren Schulweg, so können sie soziale Kontakte knüpfen und pflegen.
Der morgendliche Autokorso vor der Schule, geprägt von Zeitdruck und Hektik, stellt für die Kinder ein hohes Gefahrenpotenzial dar.

Immer wieder sind es Eltern, die mit ihrem Auto die Kinder vor der Schule in Gefahrensituationen bringen.“